Bauplatz für ein Muster-Haus

Am Stadtrand von Pyongyang bauen unsere Partner ein Musterhaus nach Minergie-Prinzipien. Es steht auf der Duru-Insel, neben einem schon fertiggestellten 2-kW-Windrad. Mit diesem Haus zeigen wir, wie mit lokal vorhandenen Mitteln energiesparende, gut isolierte Gebäude  erstellt werden können. Besonders im Winter steht oft kaum Energie zur Verfügung – weder zum Heizen noch für Licht oder andere Bedürfnisse. Das Potenzial für einfache Verbesserungen ist immens und wir hoffen, dass mit einem Musterhaus viele überzeugt werden können, zukünftig anders zu bauen. 

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Nachhaltiges Bauen in Korea

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Hochhäuser in Pyongyang - vielleicht bald isoliert?

Werner Hässigs Firma Hässig Sustech GmbH wirbt mit dem Slogan „Ihre Spezialisten für MINERGIE-Standards und nachhaltiges Bauen“. Er bildet in seinem Fachgebiet auch nordkoreanische Fachleute aus. Eben ist Hässig von einer intensiven Schulung in Pyongyang zurückgekehrt. Er berichtet:

»Alles ist gut gegangen. Die Leute waren wirklich sehr zufrieden mit unseren Kursen.

Ich habe heute erfahren, dass sie nun Hochhäuser mit 30 Stockwerken mit 22 cm statt mit nur 5-8 cm Dämmmaterial isolieren wollen. Da hat sich unser Aufwand gelohnt! Ich selbst bin recht erschöpft, habe wenig geschlafen und viele Gespräche geführt. Auch die Temperaturunterschiede (heiss im Hotel, sonst überall kühl) sind herausfordernd.

Heute konnte ich die Duru-Insel besuchen, wo das Pilotgebäude hinkommen soll. Der Bauplatz ist gut und der Farmer war sehr interessiert an meiner Beratung und auch an der Idee eines Strohballen-Hauses.“

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Jeder Teilnehmende erhält ein Kursdiplom

Die Kurse, die Hässig anbot, waren sehr gut besucht. Immer wieder kam es zu lebhaften Diskussionen unter den insgesamt 60 TeilnehmerInnen. Die Kursauswertung zeigt, dass die Teilnehmenden den Unterricht sehr schätzen und sich bewusst sind, dass ihre Herausforderung nun darin besteht, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Das wird nicht einfach sein, auch weil einige Baumaterialien in Nordkorea schwierig aufzutreiben sind. Wir sind gespannt auf die Resultate!

Wieviel Wärme verlieren wir?

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Kurseinheit für nordkoreanische Verantwortungsträger

„Wieviel Wärme verlieren wir bei dieser Hochhauswand?“ Diese Frage bewegt Herr Ri, Vizedirektor der State Commission of Science and Technology.

Ri ist einer der Kursteilnehmer. Am Ende der Schulung übergibt er mir eine Skizze einer Wandisolation. Mit diesem Wandaufbau möchte er Hochhäuser bauen: Nach einer ersten Schicht Zementstein würde er 22 cm Polystyrol als Isolation vor einer weiteren Schicht Backstein einfügen. Kacheln bilden den Abschluss nach aussen. Weil er weiss, dass gutes Design hilft, Energie zu sparen, interessiert ihn jetzt der sogenannte U-Wert für seine wärmegedämmte Konstruktion. Der U-Wert ist ein Mass für den Wärmeverlust und die Kursteilnehmer lernten diesen zu bestimmen.

Der Vorschlag von Herrn Ri ergab einen U-Wert von 0.15 W/m2K für die Wand. Das ist gut. Aber in der Skizze sehe ich aber in jedem Geschoss eine hinauslaufende Betondecke. Diese bedeuten grosse Wärmeverluste, weil sie die Isolation durchbrechen und so als Wärmebrücken die Wärme schneller nach aussen transportieren als andere Bauteile. Hier geht viel Energie verloren.

Herr Ri bittet mich, diese Verluste mit einer speziellen Software für ihn zu berechnen. Das mache ich gerne, denn diese Bitte zeigt mir, dass die Teilnehmer Gelerntes umsetzen wollen.

Zurück in der Schweiz rechnen wir die Konstruktion also mit der speziellen Wärmebrücken-Software und können nun wichtige Optimierungen vorschlagen:Die Betondecken sollten zumindest nur jedes zweite oder dritte Geschoss bis zur Aussenluft geführt werden, da sonst der U-Wert auf 0.45 W/m2K ansteigt und damit der Wärmeverlust rund 3 Mal grösser ist.              Werner Hässig

Obstbauern in Ausbildung

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Wie im vergangenen Jahr verbringen sechs Nordkoreaner/-innen die Zeit vom Frühling bis in den Herbst bei Obstbauern-Familien in der Ostschweiz.

Sie lernen, wie auf grossen Betrieben Beeren und Obst angebaut und verarbeitet werden, um dieses Fachwissen dann in ihren Genossenschaftsfarmen in Nordkorea „fruchtbringend“ anzuwenden.

Die Betreuung der nordkoreanischen Gäste ist sprachlich und kulturell herausfordernd, aber auch sehr befriedigend und für beide Seiten ein Gewinn.

In  diesen Wochen laufen die Drähte heiss, um alle nötigen Informationen und Bewilligungen auf nordkoreanischer wie auch auf schweizerischer Ebene einzuholen. Wir freuen uns auf die Gäste!

Konkret helfen

So können Sie die Arbeit in Nordkorea unterstützten:

Spenden Sie zum Beispiel  für ...

-       die Ausbildung koreanischer Praktikanten in  der Schweiz (etwa 40 SFr./ Tag pro Person)

-       ein viertes Windrad mit 1 Kilowatt-Leistung

-       Solartreibhaus, Biogasanlage, Muster-Wohnhaus auf der Duru-Insel

-       weitere Hilfstransporte nach Nordkorea

 

Vielen herzlichen Dank!